Willkommen

In unserer Loge “Prometheus” in Solothurn wie weltweit in allen Freimaurer-Logen begegnen sich Männer, die sich gegenseitig schätzen, die die geistige Auseinandersetzung und ihre Weiterentwicklung suchen. Männer aus drei Generationen, mit ihren Lebenserfahrungen, ihren Ansichten und Gedanken, die ohne Vorurteile aus dem Alltag und über vordergründige Strukturen hinweg an ihrer menschlichen Weiterentwicklung “arbeiten”.

Zu den freimaurerischen Prinzipien gehören Freiheit, Gleichheit, Toleranz, Menschenliebe, Respekt und gegenseitige Achtung. Als Freimaurer sind wir überzeugt, dass nur die Arbeit an sich selbst den Menschen und damit die Gesellschaft weiterbringt. In unserer Logenarbeit beschäftigen wir uns daher mit Wegen, wie wir zu besseren Menschen werden – und damit einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten können.

Die Freimaurerei stellt dafür Werkzeuge in Form von Symbolen, Gleichnissen und Ritualen bereit. Wie diese genutzt werden, ist jedem Einzelnen überlassen. Die Freimaurerei ist keine Religion, sie macht keine Heilsversprechen, und sie liefert auch kein Erfolgsrezept. Sie bietet lediglich eine Anleitung zu einer menschlicheren Lebensführung. 

Die Freimaurer in Solothurn

Die erste Freimaurerloge in Solothurn wurde im Jahr 1810 gegründet. Sie trug den Namen "La Concorde" und stand unter den Auspizien des "Grand Orient de France", der noch heute bestehenden, mitgliederreichsten Grossloge in Frankreich. 1813 wurde die Loge geschlossen, wobei die Umstände, welche dazu geführt haben im Dunkeln liegen. 1878 haben einige Freimaurer aus Aarau, aus Bern und aus Biel den Freimaurer-Club "Prometheus"(1) gegründet, der nach fast hundertjährigem Bestehen am 25. April 1975 aufgelöst wurde. Sein Vermögen, seine Bibliothek und sein Archiv mit den Vereinsprotokollen, den Präsenzbüchern und der Vereinsbuchhaltung wurden der "Loge zur Hoffnung" in Bern zur treuhänderischen Verwahrung übergeben.

Damit war das "Freimaurerische Licht" in Solothurn zum zweiten Mal erloschen. Am 11. März 1976 fanden sich 11 Mitglieder der Freimaurer-Loge «Stern am Jura» in Biel zusammen und beschlossen die Gründung einer neuen Loge in Solothurn. In der Folge wurden die notwendigen Vorbereitungen getroffen, um in Solothurn wieder ein geordnetes Logenleben zu ermöglichen. Im Wesentlichen gehörten dazu die Erarbeitung der Vereinsstatuten, der Rituale für die drei Grade, die Beschaffung der notwendigen finanziellen Mittel und die Suche nach einem geeigneten Logen-Lokal. Dabei traf es sich, dass die ebenfalls in Solothurn beheimatete Odd-Fellow-Loge «St. Urs und Victor» gleichfalls nach einem geeigneten Gebäude Ausschau hielt. Da beide Logen diesbezüglich ähnliche Ansprüche hatten, erwarben sie gemeinsam ein im Jahr 1889 erbautes Bürgerhaus in Zuchwil. Dies bedeutete ein unerhörtes Engagement der wenigen Gründungsmitglieder, die den Kauf mit privaten Darlehen ermöglichten.

 

Am 7. Mai 1977 hat die Abgeordneten-Versammlung der «Schweizerischen Grossloge Alpina» die Loge «Prometheus» in Solothurn einstimmig als ihr 54. Mitglied aufgenommen. Die Umbauarbeiten des alten Bürgerhauses zu einem Logenhaus, welche zu einem beachtlichen Teil als Fronarbeit durch die Mitglieder der beiden Logen geleistet wurden, begannen am 25. Juni 1977 und dauerten zehn Monate. Glanzpunkte der Logengründung setzte der s.e. Grossmeister der Schweizerischen Grossloge Alpina, Br. Paul Bauhofer, mit der Einsetzung der Logenleitung am 3. Dezember 1977 in den Lokalitäten der Bieler Loge «Stern am Jura» und mit der Weihe des Tempels im Logenhaus der Prometheus am 16. April 1978.

(1) Ein Freimaurer-Club, oder auch "Kränzchen" oder "Zirkel" genannt ist nur berechtigt die Vereinstätigkeit auszuüben, nicht aber rituelle Arbeiten durchzuführen

Der Name Prometheus

Bevor wir auf die Wahl der Namensgebung eingehen, hier die griechische Sage in aller Kürze:

Die Sage

Prometheus war ein Titanensohn, somit göttlicher Herkunft. Er schuf sich die Menschen aus Lehm, hauchte ihnen Atem ein und wurde ihr Lehrer. Nachdem die Götter auf die Menschen aufmerksam wurden, verlangten sie Opfer und Verehrung. Darauf ersann Prometheus eine List: er trennte von einem Opferstier das gute Fleisch von Fett und Knochen, verbarg das Gute im Magen und das Schlechte im Fell und liess Zeus wählen. Der durchschaute die List, wählte aber dennoch die Knochen. Doch liess er die Tat nicht ohne Strafe: er nahm den Menschen das Feuer. Aber Prometheus brachte es zurück, was den Zorn des Alten nur noch steigerte: den Menschen sandte er Pandora mit den Unheil bringenden Gaben und Prometheus liess er an den Kaukasus ketten, wo täglich ein Adler an seiner nachwachsenden Leber frass, bis er von Herkules befreit wurde.

Warum nun nennen wir unsere Loge nach Prometheus?

Zeus Strafe war ungerecht. Sie traf nicht die Schuldigen, sondern die Wehr- und Machtlosen. Und sie war übertrieben hart: ohne Feuer fielen die Menschen auf die Stufe der Tiere zurück; sie konnten kein Metall mehr schmieden, keine Keramik töpfern, alles, was den Neid der Götter erregt hatte, war nun vorbei. Prometheus korrigiert das Unrecht. Nicht aus Eigennutz, er begehrt nichts dafür, sondern aus Tugendhaftigkeit (Gerechtigkeit, Mässigkeit, Klugheit und Tapferkeit sind die sog. Kardinaltugenden) und aus Menschenliebe. Prometheus bestreitet damit dem absoluten, beinahe allmächtigen Herrscher über Himmel und Erde das Recht, nach Gutdünken zu verfahren. Er hat den Menschen das Beispiel gegeben, gegen Unrecht und Willkür aufzubegehren, auch um den Preis eines bitteren Schicksals. Er hat der dunklen Seite der Macht den Glanz jenes ewigen Feuers entgegengesetzt, das er auf die Erde brachte.

Die Loge

Die Loge Prometheus ist mit ihren ca. 30 Brüdern eine mittelgrosse Loge.
Sie ist geprägt durch einen ausgesprochen familiären Charakter, der durch regen Kontakt und Austausch unter den Brüdern zum Ausduck kommt.

Die im weiteren Umkreis von Solothurn wohnhaften Brüder kommen aus den verschiedensten Berufs- und Altersgruppen, was den Erfahrungsaustausch der Gemeinschaft fördert und bereichert.

In der Regel finden die Zusammenkünfte der Logenmitglieder am Dienstag Abend statt.

Freimaurerei - ein Erklärungsversuch

Freimaurerei ist das Streben nach einer Menschheit, die in Frieden und gegenseitiger Achtung lebt. Sie stellt den Menschen in den Mittelpunkt und setzt sich für Brüderlichkeit, Grundrechte und Würde aller Menschen ein.

Daheim ist sie Güte.
Im Geschäft ist sie Ehrenhaftigkeit.
In der Gesellschaft ist sie Höflichkeit.
In der Arbeit erkennt sie einen wichtigen Lebenssinn
Dem Unglücklichen begegnet sie in Mitleid.
Gegen das Unrecht leistet sie Widerstand.
Für den Schwachen ist sie Hilfe.
Dem Gesetz gegenüber ist sie Treue.
Den Unrechttuenden bietet sie Vergebung an.
Mit den Glücklichen teilt sie deren Freude.
Vor der Schöpfung verneigt sie sich in Ehrfurcht und Liebe.

«Das von hoher Gesinnung angestrebte Gleichgewicht zwischen Pflicht und Recht, zwischen Freiheit und selbstgewähltem Verzicht, zwischen Selbstbewusstsein und kraftvoller Demut, zwischen Individuum und Gemeinschaft – das ist Humanität; und sie muss Völker verbinden, und dem dienen die Freimaurer.»
                                                                                Rolf Appel, Freimaurer