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Die erste Freimaurerloge in Solothurn wurde im Jahr 1810 gegründet. Sie trug den Namen «La Concorde» und stand unter den Auspizien des «Grand Orient de France», der noch heute bestehenden, mitgliederreichsten Grossloge in Frankreich. 1813 wurde die Loge geschlossen, wobei die Umstände, welche dazu geführt hatten, im Dunkeln blieben. 1878 gründeten Freimaurer aus Aarau, Bern und Biel den Freimaurer-Club «Prometheus», der nach fast hundertjährigem Bestehen am 25. April 1975 aufgelöst wurde. Sein Vermögen, seine Bibliothek und sein Archiv mit den Vereinsprotokollen, den Präsenzbüchern und der Vereinsbuchhaltung wurden der «Loge zur Hoffnung» in Bern zur treuhänderischen Verwahrung übergeben.

Damit war das freimaurerische Licht in Solothurn zum zweiten Mal erloschen. Am 11. März 1976 fanden sich 11 Mitglieder der Freimaurer-Loge «Stern am Jura» in Biel zusammen und beschlossen die Gründung einer neuen Loge in Solothurn. In der Folge wurden die notwendigen Vorbereitungen getroffen, um in Solothurn wieder ein geordnetes Logenleben zu ermöglichen. Im Wesentlichen gehörten dazu die Erarbeitung der Vereinsstatuten, der Rituale für die drei Grade, die Beschaffung der notwendigen finanziellen Mittel und die Suche nach einem geeigneten Logen-Lokal. Dabei traf es sich, dass die ebenfalls in Solothurn beheimatete Odd-Fellow-Loge «St. Urs und Victor» gleichfalls nach einem geeigneten Gebäude Ausschau hielt. Da beide Logen diesbezüglich ähnliche Ansprüche hatten, erwarben sie gemeinsam ein im Jahr 1889 erbautes Bürgerhaus in Zuchwil. Dies bedeutete für die wenigen Gründungsmitglieder ein riesiges Engagement: Sie ermöglichten den Kauf mit privaten Darlehen.

Am 7. Mai 1977 stimmte die Abgeordneten-Versammlung der Schweizerischen Grossloge Alpina der Aufnahme der Loge «Prometheus» in Solothurn einstimmig zu. Die Loge wurde das 54. Mitglied der Grossloge. Die Umbauarbeiten des alten Bürgerhauses zu einem Logenhaus begannen am 25. Juni 1977 und dauerten zehn Monate. Die Mitglieder beider Logen leisteten dabei unzählige Stunden Freiwilligenarbeit. Glanzpunkte der Logengründung setzte der Grossmeister der Schweizerischen Grossloge Alpina Br. Paul Bauhofer mit der Einsetzung des ersten Beamtenkollegiums der Loge am 3. Dezember 1977 in den Lokalitäten der Bieler Loge «Stern am Jura» und mit der Weihe des Tempels im Logenhaus der Prometheus in Solothurn am 16. April 1978.

Im Jahr 2018 beschlossen die Brüder der Odd Fellows, sich ein eigenes Lokal zu suchen. Die Brüder der «Prometheus» zeigten wiederum viel Engagement und übernahmen das Logenhaus in alleiniger Verantwortung. Sie gründeten für deren Verwaltung eigens eine Aktiengesellschaft, welche sich um die Liegenschaft kümmert. Seit 2024 geniesst eine weitere Freimaurerloge Gastrecht an der Ischernstrasse: die portugiesisch-sprachige Loge «Cruzeiro do Sul».